Tierische Holzschädlinge

Bei tierischen Holzschädlingen (Holzinsekten) können Frischholz- und Trockenholzinsekten unterschieden werden. Wie schon erwähnt kann man sich gegen die tierischen Holzschädlinge konstruktiv kaum schützen. Es helfen meist nur holzschützende Flüssigkeiten (wie z.b. Borsalze). Bei befallenem Holz  sollte man die Tragfähigkeit des Holzes feststellen und  ob die tierischen Holzschädlinge noch da sind, denn die sollten vor der Renovierung zuerst bekämpft werden.

Frischholzinsekten brauchen hohe Holzfeuchte als Entwicklungsbedingung und befallen deshalb lebende Bäume und frisch geschlagenes Holz, nicht dagegen trockenes, schonverbautes Holz.Auch eine spätere Wiederbefeuchtung reicht für einen Befall nicht aus.

Trockenholzinsekten können sich bei geringerer Holzfeuchte entwickeln. Sie befallen deshalb lufttrockenes, verbautes Holz und sind die eigentlichen Bauholzschädlinge.

Nachfolgend stelle ich einige tierische Holzschädlinge vor:

Hausbockkäfer 

Der Hausbockkäfer(Hausbock,Holzbock)Hausbockkäfer verursacht von den Holzinsekten in Europa den größten Schäden an verbautem Nadelholz .Dabei beschränkt sich der Larvenfrass auf das Splintholz. Laubholz wird von ihm nicht befallen. Als ausgesprochen wärmeliebendes Insekt findet er auf Dachböden optimale Entwicklungsmöglichkeiten. Im Winter geht die Aktivität der Larven zurück, jedoch sterben sie auf bei starkem Frost nicht ab, sondern nehmen bei ansteigender Temperatur ihre Fraßtätigkeit wieder auf. Die Generationsdauer,d.h. Die Entwicklung vom Ei über das Larven- und Puppenstadium bis zum Insekt, kann 3 bis 6 aber auch mehr als 10 Jahre dauern.Die Larven fressen vorzugsweise in den Frühholzschichten des Splintholzes ovaleHausbocklarve Gänge mit wellenförmigen Nagespuren.

Die Fraßgänge sind gefüllt mit puderförmigem Bohrmehl, das in fortgeschrittenem Stadium aus alten Fluglöchern und Schwindrissen herausrieselt und einen lebenden Befall kennzeichnet. Die Fluglöcher des Hausbockkäfers sind überwiegend Oval mit Abmessungen von etwa 3x5 bis 5x8 mm.

 

 

 

 


Gewöhnlicher Nagekäfer (Annobien) 

Gewöhnlicher Nagekäfer

Der gewöhnliche Nagekäfer, im Volksmund auch "Holzwurm" genannt, ist wohl das bekannteste Holzinsekt. Dabei stehen weniger Zerstörungen von Bauholz als Schäden an Ausstattungsgegenständen im Vordergrund. Nur allzuhäufig sind die kleinen runden "Wurmlöcher" in alten Holzgegenständen in Kirchen, Schlössern und Museen zu sehen.Der Nagekäfer befällt hauptsächlich das Splintholz von Laub- und Nadelhölzern, vorzugsweise an kühleren und feuchten Orten. In Dachstühlen kommt er eher seltener vor als der Hausbockkäfer. Gelegentliche befeuchtungen des Holzes fördern die Entwicklung der Larven, weshalb sie bevorzugt in Sockelleisten, Möbelfüßen und Gewöhnlicher Nagekäfer(befallener Balken)anderen Holzteilen auftreten, die beim Reinigen mit Feuchtigkeit in Berührung kommen. Länger anhaltende Trockenheitsperioden, z.B. In beheizten Räumen, verhindern eine Entwicklung der Larven.

Die Fraßgänge sind mit feinem Bohrmehl und mit Kotbällchen gefüllt, die Fluglöcher sind kreisrund mit einem Durchmesser von etwa 1 bis 2 mm.

 

 

 


 Brauner Splintholzkäfer

Brauner Splintholzkäfer

Der Braune Splintholzkäfer, auch "Lyctus" genannt, wurde ursprünglich mit hellen Importhölzern wie Limba nach Europa eingeschleppt. Er befällt neben zahlreichen Tropenhölzern auch das Splintholz von einheimischen Laubhölzern wie Eiche, Esche, Edelkastanie und Nußbaum. Nadelhölzer sind in der Regel resistent gegen den Splintholzkäfer. Seine Larven können sich in zentralbeheizten Räumen selbst dann noch entwickeln, wenn die Lebensbedingungen für Hausbockkäfer und Nagekäfer nicht mehr gegeben sind. Die häufigsten Schadensfälle betreffen Möbel, Vertäfelungen, Türfutter und Parketthölzer. Die Generationsdauer des Käfer ist mit im Mittel 1 Jahr relativ kurz, weshalb sich ein Befall rasch ausbreiten kann.

Das Bohrmehl wird in den Fraßgängen zusammengedrückt. Im Endstadium eines Befalls ist das Holz bis auf eine dünne Außenschicht weitgehend pulverisiert. Die fast runden Fluglöcher Haben einen Durchmesser von 0,8 bis 2 mm.


 Holzwespe 

Holzwespe

Die Holzwespen sind Frischholzinsekten, die nur lebende Bäume oder frisch geschlagenes Holz befallen.Ihre Larven können aber mit dem frischen Holz eingeschleppt werden, und sie sind dann fähig, sich auch im verbauten Holz in zwei oder mehr Jahren  zum fertigen Insekt zu entwickeln.

Die Fraßgänge sind mit Holzfarbigem Bohrmehl fest verstopft. Insbesondere bei schwerem Befall werden sie leicht übersehen, so daß ein Schaden erst nach Jahren bei Ausfliegen der Insekten erkannt wird. Anders als bei Trockenholzinsekten ist mit dem Ausfliegen der Insekten der Befall beendet, da abgetrocknetes verbautes Holz selbst nach einer Wiederbefeuchtung nicht zur Eiablage benutzt wird.Die Ausfluglöcher sind kreisrund und glattrandig mit einem Durchmesser von 4 bis 7 mm.

 

 

 

 

 

 


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